Relaunch ohne Rankingverlust mit sauber geplanten Weiterleitungen
10. März 2026 · 3 Min. Lesezeit
Alte Adressen sammeln, neue zuordnen, Fehler finden. Schritt für Schritt zu einer Weiterleitungsliste, die beim Umzug Ihrer Website hält.
Eine neue Website kann schöner, schneller und besser strukturiert sein und trotzdem nach dem Start weniger Besucher haben als die alte. Der Grund ist fast immer derselbe. Die Adressen der Seiten haben sich geändert, und niemand hat Suchmaschinen und Besuchern gesagt, wo die Inhalte jetzt liegen.
Die Lösung sind Weiterleitungen. Sie sind keine Raketenwissenschaft, aber sie brauchen Sorgfalt. So gehen wir dabei vor.
Schritt 1. Alle alten Adressen sammeln
Sie können nur weiterleiten, was Sie kennen. Deshalb steht am Anfang eine möglichst vollständige Liste aller bisherigen Adressen. Gute Quellen dafür sind die alte Sitemap, die Google Search Console, Ihr Statistikwerkzeug und ein Crawler, der die alte Website einmal komplett abläuft. Vergessen Sie PDFs und Bilder nicht, die von außen verlinkt sind.
Schritt 2. Jede alte Adresse einer neuen zuordnen
Jetzt bekommt jede alte Adresse ein Ziel, und zwar das inhaltlich passendste. Die alte Seite zur Dachsanierung leitet auf die neue Seite zur Dachsanierung weiter, nicht auf die Startseite. Alles pauschal auf die Startseite zu schicken ist bequem, hilft aber weder Besuchern noch Suchmaschinen.
Gibt es für einen Inhalt keinen Nachfolger mehr, ist die nächstgelegene Übersichtsseite meist die beste Wahl. Wenn es wirklich nichts Passendes gibt, darf eine Seite auch ehrlich als entfernt gelten.
Schritt 3. Dauerhafte Weiterleitungen einrichten
Für einen Umzug sind dauerhafte Weiterleitungen auf dem Server richtig, also die Statuscodes 301 oder 308. Google empfiehlt sie ausdrücklich. Achten Sie darauf, direkt auf das endgültige Ziel zu verweisen. Ketten aus mehreren Weiterleitungen hintereinander kosten Zeit und sollten so kurz wie möglich bleiben.
In TYPO3 lassen sich Weiterleitungen in einem eigenen Modul pflegen. Größere Listen importieren wir lieber gesammelt, statt sie einzeln anzulegen.
Schritt 4. Vor dem Start testen
Auf dem Testsystem prüfen wir jede alte Adresse aus der Liste automatisch. Führt sie zum richtigen Ziel? Mit dem richtigen Statuscode? Ohne Umweg? Fehler, die hier auffallen, kosten Minuten. Nach dem Start kosten sie Besucher.
Schritt 5. Nach dem Start genau hinschauen
In den ersten Wochen lohnt sich ein täglicher Blick auf die Fehlerseiten und in die Search Console. Dort tauchen Adressen auf, die in keiner Liste standen. Außerdem sollten Sie interne Links auf die neuen Adressen umstellen und die neue Sitemap einreichen. Laut Google kann es bei mittelgroßen Websites einige Wochen dauern, bis die neuen Adressen in den Suchergebnissen die alten ersetzen.
Schritt 6. Weiterleitungen nicht zu früh abschalten
Weiterleitungen sind kein Provisorium. Google rät, sie möglichst lange bestehen zu lassen, mindestens ein Jahr. Ich lasse sie in der Regel dauerhaft stehen, denn alte Links in E-Mails, auf Partnerseiten oder in Lesezeichen verschwinden nie ganz.
Wenn Sie einen Relaunch planen, sprechen Sie das Thema Weiterleitungen früh an. Es ist eine der günstigsten Versicherungen, die ein Webprojekt haben kann.