AI-Act-Fristen und Bußgelder 2026/2027 im Überblick (laufend aktualisiert)

AI-Act-Fristen-Tabelle 2025–2027 und Bußgelder bis 35 Mio. EUR. Was KMU realistisch trifft. Stand Juli 2026, quartalsweise aktualisiert.

/ AI Act & KI-Compliance /

Autor
David Bachorski
Veröffentlicht
Lesezeit
3 Min. Lesezeit

Die EU-Verordnung 2024/1689 tritt stufenweise in Kraft. Die nächste kritische Frist ist August 2026, wenn Hochrisiko-KI-Systeme alle Konformitätsanforderungen erfüllen müssen. Bußgelder reichen theoretisch bis 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Umsatzes bei verbotenen Praktiken. Für KMU mit 25 bis 150 Mitarbeitern sind bei dokumentierten Verstößen eher 5.000 bis 150.000 Euro realistisch, abhängig von Schwere und Kooperationsbereitschaft.

Stand: 12. Juli 2026. Nächste geplante Prüfung: Oktober 2026.

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt die technisch-organisatorische Umsetzung. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Fristen-Tabelle

DatumPflichtRechtsgrundlage
01.02.2025Verbotene KI-PraktikenArt. 5
01.02.2025KI-Kompetenz der MitarbeiterArt. 4
02.08.2025Regeln für allgemeine KI-Modelle (GPAI)Art. 51–55
02.08.2026Hochrisiko-Systeme vollständig konformArt. 6–27, Anhang III
02.08.2027Hochrisiko in bestimmten ProduktenArt. 6 Abs. 1

Bußgeld-Tabelle

VerstoßMaximumKMU-Einordnung
Verbotene Praktiken (Art. 5)35 Mio. EUR oder 7 % UmsatzSelten im Mittelstand, aber absolutes Stoppsignal
Hochrisiko-Verstöße15 Mio. EUR oder 3 % UmsatzRelevant bei HR-KI, Kredit-KI ohne Dokumentation
Sonstige Pflichtverletzungen7,5 Mio. EUR oder 1,5 % Umsatzz. B. fehlende Art.-4-Schulung
Falsche Angaben gegenüber Behörden7,5 Mio. EUR oder 1,5 % UmsatzBei Meldepflichten und Registrierungen

Die Höchstwerte gelten laut Art. 99 der Verordnung. Nationale Aufsichtsbehörden wenden Verhältnismäßigkeit an. Das entbindet nicht von der Dokumentationspflicht.

Was sollten Sie bis August 2026 erledigt haben?

  1. KI-Inventar und Risikoeinstufung (siehe Checkliste)
  2. Art.-4-Schulung mit Nachweis
  3. Hochrisiko-Systeme identifizieren (siehe Einstufungs-Guide)
  4. Lückenplan mit Verantwortlichen und Terminen
  5. Lieferantenverträge auf Konformitätsklauseln prüfen

Welche nationalen Behörden setzen den AI Act um?

In Deutschland koordinieren Bund und Länder die Aufsicht. Für den Mittelstand ist heute wichtiger als der genaue Zuständigkeitsmodus die Dokumentationspflicht. Wer Inventar, Schulungsnachweise und Risikobewertungen schriftlich vorlegt, ist bei einer Prüfung in einer anderen Ausgangsposition als wer „wir haben uns noch nicht damit beschäftigt” sagen muss.

Was ändert sich nach August 2026 im Alltag?

BereichVor 08/2026Ab 08/2026
Hochrisiko-KIVorbereitung empfohlenVollständige Konformität erforderlich
Schulung Art. 4Pflicht seit 02/2025Weiter Pflicht, Auffrischung bei neuen Tools
Schatten-KIRisikoVerschärftes Haftungsrisiko
LieferantenverträgeOptionalKonformitätsklauseln prüfen

Was kommt 2027?

August 2027 betrifft vor allem Hersteller, die KI als Sicherheitskomponente in regulierte Produkte einbetten. Reine Anwender in Handel, Dienstleistung und Verwaltung sind seltener betroffen, sollten aber Produktzulieferer im Blick behalten.

Wie bleiben Sie aktuell?

  • Abonnieren Sie EU-Kommissions-Leitlinien zu Hochrisiko-Klassifizierung
  • Prüfen Sie quartalsweise Ihr KI-Inventar auf neue Tools
  • Aktualisieren Sie Schulungsunterlagen bei jedem neuen Use-Case

Als Entwicklungspartner aus Oberhausen bieten wir das AI-Act-Compliance-Audit zum Festpreis von 3.000 EUR an. Es liefert einen datierten Maßnahmenplan, den Sie bei einer Prüfung vorlegen können. Der Einstieg über das KI-Readiness-Audit kostet 1.250 EUR und wird bei Folgeprojekten voll angerechnet.

Welche Dokumente sollten Sie bereithalten?

Behörden und Wirtschaftsprüfer fragen zunehmend nach diesen fünf Nachweisen:

  1. KI-Inventar mit Standdatum
  2. Schulungsnachweise nach Art. 4
  3. Risikobewertungen je Use-Case
  4. Richtlinie zur KI-Nutzung
  5. AVV und Datenfluss-Diagramm bei personenbezogenen Daten

Wer sie in einem Ordner bündelt, spart bei jeder externen Prüfung Tage. Das Audit liefert genau diese Struktur als Ausgangspaket.

Wie ordnen Sie Bußgelder intern ein?

Bußgelder sind ein Risiko, aber nicht der einzige Schaden. Datenpannen durch Schatten-KI kosten oft mehr als ein behördliches Verfahren, weil Vertragsstrafen, Mandantenabgänge und Reputationsschaden zusammenkommen. Deshalb priorisieren wir in Audits zuerst Datenflüsse und Schulung, dann die formale Hochrisiko-Dokumentation.

Welche Quick-Reference gehört an die Wand?

Viele Teams drucken diese Kurzfassung für GF und Compliance:

  • 02/2025 Art. 4 Schulung
  • 08/2026 Hochrisiko vollständig
  • 08/2027 eingebettete Produkte
  • Bußgelder bis 15 Mio. / 3 % bei Hochrisiko
  • Nächste Review dieses Artikels: Oktober 2026

Damit ist die Fristenfrage im Flur beantwortet, ohne das Gesetz zu öffnen.

Was ändert sich nach Veröffentlichung neuer EU-Leitlinien?

Wir aktualisieren diesen Artikel, wenn die Kommission neue FAQ oder delegierte Rechtsakte veröffentlicht. Typische Anlasspunkte sind Präzisierungen zu Anhang III, GPAI-Pflichten und Meldeformaten. Das Aktualisierungsdatum im Kopf des Artikels ist der Referenzpunkt für Ihre interne Compliance-Dokumentation.

Tragen Sie diesen Artikel in Ihre interne Compliance-Übersicht ein und verlinken Sie von dort auf die AI-Act-Checkliste und die Hochrisiko-Einstufung. So bleiben Fristen und Maßnahmen verbunden.

Häufige Fragen

Welche AI-Act-Frist ist als nächstes kritisch?

August 2026. Dann gelten die vollständigen Hochrisiko-Anforderungen nach Art. 9 bis 15 der Verordnung (EU) 2024/1689.

Gilt die Schulungspflicht schon jetzt?

Ja, seit Februar 2025. Art. 4 verlangt ausreichende KI-Kompetenz der Mitarbeiter unabhängig von der Risikoklasse.

Wie hoch sind Bußgelder für Mittelständler?

Die Verordnung erlaubt bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent Umsatz bei Hochrisiko-Verstößen. Behörden orientieren sich bei KMU an dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, fünfstellige Beträge sind bei schweren Verstößen realistisch.

Wann kommt die nächste Aktualisierung dieses Artikels?

Wir prüfen die Fristen quartalsweise und nach neuen EU-Leitlinien. Das Aktualisierungsdatum steht im Artikelkopf.

Wo finde ich den Gesetzestext?

Die kanonische Quelle ist die Verordnung (EU) 2024/1689 im Amtsblatt der Europäischen Union, verlinkt in diesem Artikel.

Konkreter werden?

Im Potenzial-Check sehen Sie in 15 Minuten, welcher Hebel bei Ihnen zuerst Sinn ergibt. Wenn Sie lieber direkt sprechen möchten, erreichen Sie uns ohne Warteschleife.